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Tag Acht des Bildungsstreiks Einheit trotz Vielfalt

Stundenlanges Reden über Kleinigkeiten ist vorbei. Die inhaltlichen Positionen der Studierenden nähern sich immer weiter an. Das schafft Gemeinschaftsgefühl und eine breite Basis für politische Forderungen.

Bildungsstreik an den Unis

Es klares Nein zur einer weiteren Ökonomisierung der Bildung. Das ist der Tenor des Plenums im Audimax der LMU vom Mittwochabend. Die Studierenden fordern mehr Finanzmittel von Staatsseite, um die Einflussnahme von Unternehmen auf die Universitäten möglichst gering zu halten. Denn die Wirtschaft bestimme beispielsweise über Stiftungen immer stärker die Grundrichtung der Universitäten, um so den idealen Arbeitnehmer für die eigenen Bedürfnisse zu schaffen. Das ganzheitliche Bildungsideal fällt dabei aber zunehmend unter den Tisch.

Forderung der finanziellen Sicherheit

Die Studierenden fordern auch mehr finanzielle Mittel für sich selbst. Diskutiert wird über ein Lernendengehalt, das nicht nur Studenten, sondern generell Auszubildenden gezahlt werden soll. Dies würde nicht nur eine stärkere Konzentration auf das Studium erlauben, sondern zugleich mehr Freiheiten gegenüber den Eltern einräumen. Denn häufig bekommen Studenten kein Bafög, weil ihre Eltern sehr gut verdienen. Es ist allerdings keine Seltenheit, dass die Eltern ihre Unterstützung verweigern, weil sie glauben, dass der Nachwuchs nicht das "richtige" Fach gewählt hat.

Grundsatzfrage über Mitbestimmung

Bildungsstreik an den Unis

Die Plenumssitzungen verlangen echtes Durchhaltevermögen von den Besetzern.

Ferner wird über eine stärkere Demokratisierung in der Universitätspolitik debattiert. Hier geht es Mitentscheidungsrechte für Studierende, aber auch Hochschulmitarbeiter gegenüber der Hochschulleitung. Streitpunkt ist dabei, ob sich die Mitbestimmung auf bestimmte Teilbereiche beschränken soll oder alle Entscheidungen in der Universität grundsätzlich demokratisch getroffen werden sollen, was beispielsweise bei der Nachbesetzung von Professurstellen der Fall wäre.

Im Vergleich zum Wochenanfang laufen die Debatten im Plenum mittlerweile deutlich flüssiger. Die Moderation schließt früher Rednerlisten, wenn sie den Eindruck hat, dass alle im Plenum vertretenen Meinungen Gehör gefunden haben und verhindert so Doppelungen. Die Studentenschaft honoriert diese bessere Dramaturgie. Selbst nachts um halb eins sind noch rund 600-700 Studenten anwesend und führen lebhafte Debatten. Beispielsweise über neue Demonstrationen und die Solidarisierung mit anderen besetzen Universitäten. Mit einem Video-Livestream wurde gestern Verbindung zu einem besetzten Hörsaal in Freiburg aufgenommen, was an beiden Standorten großen Jubel auslöste. Auch neue Demonstrationen und ein Treffen mit dem bayerischen Wissenschafts- und Forschungsminister Wolfgang Heubisch sind geplant. Er soll nächste Woche vor dem Plenum Rede und Antwort stehen.