
Rage Against The Machine ist eine der Bands, mit denen Häftlinge in Guantanamo um ihren Schlaf gebracht wurden. Immer wieder der Song "Killing In The Name Of", in brachialer Lautstärke, oft die ganze Nacht hindurch. Menschenrechtler haben für solche Haftbedingungen ein simples Wort: Folter. Die Vereinten Nationen haben schon 1997 die Verwendung lauter Musik als Verhörmethode verboten. Jetzt protestiert in den USA eine Koalition aus Künstlern gegen diese unmenschliche Verwendung von Musik. Rage Against The Machine sind dabei, R.E.M. und Rise Against ebenfalls. Kate Doyle ist eine der Organisatorinnen des Protests. Sie beschreibt die Folgen der Musikfolter als grausam - körperlich wie psychisch.
"Zu allererst ist natürlich das Gehör an sich betroffen. Wenn die Musik sehr laut abgespielt wird, dann kann dabei sogar das Trommelfell beschädigt werden. Meiner Meinung nach sind aber die psychischen Schäden wesentlich gravierender. Die Häftlinge haben das ihren Anwälten bis ins kleinste Detail geschildert. Die Musik wurde dazu verwendet, sie zu demoralisieren, aus dem Konzept zu bringen und fertig zu machen."
Zwar haben politische Komiker wie Stephen Colbert ihre Witze über die brutalen Verhörmethoden gemacht ("Stundenlang eingepfercht sein und lauten Heavy Metal hören soll Folter sein? Wir nennen das Ozzfest!"), doch eigentlich vergeht einem bei diesem Thema das Lachen. Denn Dauerbeschallung ist eine besonders fiese Form der Folter: Sie hinterlässt keine sichtbaren Spuren und ist daher nicht nachzuweisen. Um diese Verbrechen aufzuklären, ist man auf Berichte von ehemaligen Häftlingen oder Wärtern angewiesen. Doch genau diese Berichte hält die amerikanische Regierung unter Verschluss.

Die Organisation Close Gitmo Now fordert die Freigabe von Guantanamo-Dokumenten schon lange. Jetzt wird sie von einer Koalition amerikanischer Musiker unterstützt. Und die wollen wissen: Wurden mit unserer Musik Menschen gequält? Guy Blakeslee von The Entrance Band ist Teil der Koalition und spricht sich zusammen mit unter anderem Michael Stipe von R.E.M. und Trent Reznor der Nine Inch Nails gegen die Folter mit Musik aus. Besonders absurd erscheint ihm, dass sich viele der Bands, deren Musik zur Folter eingesetzt wurde, eindeutig gegen den Krieg im Irak eingesetzt haben:
"Für mich ist es total bizarr, dass viele der Künstler, deren Musik für Folter verwendet wird, sich gerade gegen Folter und Krieg aussprechen, Rage Against The Machine zum Beispiel. Diese Musik könnte man eher als Friedensmusik beschreiben, da geht es nicht darum, irgendwen zu unterdrücken."
Für Kate Doyle, die im National Security Archive arbeitet und den Protest der Musiker koordiniert, ist der Antrag auf Akteneinsicht nur der erste Schritt. Konzerte oder Festivals gegen Musikfolter sollen folgen. Erstmal braucht Close Gitmo Now mehr Fakten und Details über die brutalen Verhörmethoden – doch das kann noch lange dauern.
"Die CIA hat uns manchmal schon vier bis sechs Jahre warten lassen. Aber diesmal bin ich mir fast sicher, dass es nur ein paar Monate dauern wird, bis die ersten Dokumente eintrudeln. Das heißt, so gegen Anfang 2010 sollten wir uns schon die ersten Dokumente ansehen können. Danach müssen wir die Fakten auswerten und uns entscheiden, was der nächste Schritt sein wird."
| Interpret | Titel |
|---|---|
| Bee Gees | Stayin Alive |
| Bruce Springsteen | Born In The USA |
| Christina Aguilera | Dirrty |
| Deicide | Fuck Your God |
| Dope | Die MF Die |
| Eminem | White America |
| Metallica | Enter Sandman |
| Nine Inch Nails | March Of The Pigs |
| Queen | We Are The Champions |
| Rage Against The Machine | Killing In The Name Of |
| Tupac | All Eyes On Me |
| AC/DC | Shoot To Thrill |
















